Adel verpflichtet

aus der Feder von Sir Lion von Eisenforst

 

Alles, was Ihr seht ist schöner Schein,
Edle Kleider und lieblichen Wein,
Doch das Ihr nicht seht, was Ihr nicht versteht,
Ist, was es wirklich heißt, ein Ritter zu sein.

Nobilitas obligatur,
Der Ritter ist es, der getreulich wacht,
Nobilitas obligatur,
Egal, ob bei Sturm oder in kalter Nacht,
Denn Adel verpflichtet, vergiss das niemals,
Du bist Repräsentant dieses Ideals,
Nobilitas obligatur,
Vergiss niemals deine Pflicht.

Mit sieben Jahren kommst du dann
Zu einem gestandenen Rittersmann,
Doch bist du weniger wert, als des Ritters Pferd,
So fängt deine Laufbahn als Ritter an.

Zu dienen wird dann dein Tagwerk sein,
Hälst Gewand und Rüstung des Ritters rein,
Doch bist nicht gründlich genug, füllst nicht rasch seinen Krug,
Schlägt er nach dir mit der Rute drein.

Als Knappe lernst du wohl zu führen das Schwert,
Den Stich mit der Lanze, den Ritt auf dem Pferd,
Doch auch Führung und Arten von Taktiken warten,
Zu wissen, wie man sich des Feindes erwehrt.

Nobilitas obligatur …

Und alle Tugend, die dich ziert,
Wird in deine Seele eingraviert,
Doch so hoch liegt der Pfahl, hoch das Ideal,
Dass manch einer glaubt, dass er den Kampf verliert.

Die Milte, Maße, Treue, Würde, Zucht,
Hövischkeit, Beständigkit, Demut,
Tapferkeit und Güte sind des Ritters Blüte,
Doch vergiss niemals den hohen Mut.

Hast du alle Tugend verinnerlicht
Und auch der Minne Vers und Gedicht,
Das, wenn dein Schwertvater spricht, stolz ist sein Gesicht,
Dann ist die Zeit für die Lange Wacht.

Nobilitas obligatur …

Am Tag wirst du auf jede Tugend geprüft,
Zu zeigen, was du in den Jahren gelernt,
Gestreng ist der Test, doch fehlst du nicht, das steht fest,
Und viel zu schnell bricht die Nacht herein.

Trägst nur ein weißes Untergewand,
Bar an den Füßen und nichts in der Hand,
Hälst du die ganze Nacht vor der Götter Schrein Wacht,
Dein Rittervater gibt auf dich acht.

Sieht man der Sonne erste Strahlen,
Ohne dass dir die Augen zugefallen,
Dann nimmst du ein Bad, wäschst des Knappen Last ab,
Und wirst feierlich auf die Knie bald fallen.

Nobilitas obligatur …

Jetzt trägst du der Rüstung blanken Stahl,
Auf dem Wams prangt das Wappen deiner Wahl,
Dein Rittervater spricht, dann der Schlag ins Gesicht,
Erhebt euch als Ritter, er zuletzt befahl.

Nun liegt es bei dir, wie du weiter verfährst,
Wohin dich dein Schritt führt, wem du Lehnstreue schwörst,
Doch lass dir bei der Wahl Zeit, denn ein Ruf, der eilt weit,
Und dieser sich nur schwerlich ändern lässt.

Und seht ihr jetzt des reichen Ritters Bild,
So ist doch einzig sein Wort sein Schild,
Mein Wort, dein Pfand, mit dem Schwert in der Hand,
Oder hoch zu Ross, des Volkes Schild.

Nobilitas obligatur …

So dient der Ritter dem Herrn als Vasall,
Das Volk schützt er, egal in welchem Fall,
Egal wer zu ihm spricht, er tut stets seine Pflicht,
Hat er doch zu dienen überall.

Darum respektiert eure Ritterschaft,
Die für euch streitet, ein Vorbild euch ist,
Denn des Ritters Eid gilt auf Lebenszeit,
Das ist es, was es heißt, ein Ritter zu sein.

Nobilitas obligatur,
Der Ritter ist es, der getreulich wacht,
Nobilitas obligatur,
Egal, ob bei Sturm oder in kalter Nacht,
Denn Adel verpflichtet, vergiss das niemals,
Du bist Repräsentant dieses Ideals,
Nobilitas obligatur,
Vergiss niemals deine Pflicht.

(c) Jan Breimer

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