Willkommen

Herzlich willkommen auf meinem neuen Blog! Hier soll sich alles rund um das große Thema Liverollenspiel drehen, das einen nicht unbedeutenden Teil meiner Freizeit einnimmt. Das Blog soll ein Sammelsurium verschiedener Bereiche rund um dieses wunderbare Hobby werden.Ich freue mich über Kommentare oder Verlinkungen zu anderen Blogs und Websites.

Viel Spaß beim Lesen!

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Fieber auf Tiefenwacht

Die ersten Vögel erhoben bereits ihre Stimmen, als eine Gestalt den Hof des ansonsten tief schlafenden Kronguts Tiefenwacht überquerte. Am schlurfenden Gang und der gebückten Haltung konnte man die Erschöpfung erkennen, die darauf schließen ließ, dass derjenige in letzter Zeit häufiger erst um diese Uhrzeit ins Bett gekommen war.

Als die Gestalt die Burg erreichte und die vom schwach glimmenden Kamin erhellte Vorhalle betrat, hob der wachhabende Soldat den Kopf, erkannte sie und nickte ihr zu.

„Lange Nacht, Frau Fuchshain?“, fragte er, obwohl es genauso gut eine Feststellung hätte sein können. Myrea nickte und gähnte.

„Drüben ist soweit alles ruhig. Ich wollte noch nach Sir Lion sehen, ehe ich schlafen gehe.“ Reik nickte ihr zu.

„Dann schonmal eine gute Nacht.“

Myrea erwiderte den Gruß, dann stieg sie die Treppe in den zweiten Stock hinauf, zu Sir Lions Schlafräumen. Sie klopfte nicht, sondern schlüpfte leise durch die Tür.

Der Ritter schlief fest, als sie an sein Bett trat. Sein Atem ging jedoch stabil und ruhig, und das Fieber schien weiterhin zu sinken. Sie atmete tief durch, dann verließ sie seinen Raum und ging in ihr eigenes Zimmer hinüber.

Über einen Monat war es her, seit Lion und einige seiner Soldaten von einem Erkundungsritt in die südlichen, sumpfigen Ebenen zurückgekehrt waren und ein fürchterliches Fieber mit nach Tiefenwacht gebracht hatten. In den ersten Tagen nach ihrer Rückkehr hatte man es noch nicht bemerkt, und als es ausbrach, war buchstäblich jeder der Bewohner des Kronguts infiziert. Glücklicherweise verlief es nicht bei jedem so schwer wie bei Sir Lion, und sie selbst hatte – den Quihen’Assil sei Dank – nur drei Tage das Bett hüten müssen, aber insgesamt war dieses Fieber die schlimmste Krankheitswelle, die sie bisher hier erlebt hatte. Und sie hatte ihre Opfer gefordert.

Als sie ihren Raum betrat, bewegte sich eine Gestalt, die in einem zweiten Bett im Raum lag. Doch Myreas Aufmerksamkeit galt nicht ihr, sondern den gleichmäßigen Geräuschen aus einem Weidenkorb, der neben ihrem Bett stand. Leise trat sie zu dem Korb und betrachtete, was darin lag.

Die beiden Mädchen waren rosig und schliefen tief und fest. Das kräftigere träumte und stieß leise Laute aus, während das zartere daneben lag und ihr Händchen in das der Schwester gelegt hatte.

„Ich habe sie vorhin gestillt, sie haben beide gut getrunken, auch Emilia“, sagte die Frau, und Myrea nickte erleichtert.

Kaum einen Monat waren die beiden alt, Zwillinge, die Kinder von Sophie Lautenwasser, einer Zackenbergerin, die seit Monaten hier in Tiefenwacht war und auf Nachricht von ihrer Familie gehofft hatte. Myrea stiegen die Tränen in die Augen, als sie daran dachte, wie viel Zeit sie mit Sophie verbracht hatte, die sich, trotz ihrer schweren Schwangerschaft und ihrer ungewissen Zukunft, niemals hatte entmutigen lassen und nie aufhörte, fest daran zu glauben, dass am Ende alles zum Guten ausgehen würde. Sie war so sicher gewesen, ihren Mann wieder zu finden und mit ihm und ihren Kindern ein neues Leben im Reich der Rosen aufzubauen. Sie hatte sogar darüber nachgedacht, auf Tiefenwacht zu bleiben und mit Myrea Pläne für ihre Ausbildung geschmiedet. Sie war auch den anderen Kranken und Verletzten eine freundliche Gesellschaft und Myrea mehrfach eine entlastende Stütze gewesen. Mehr noch, Sophie war in den Monaten eine Freundin geworden.
Doch das Schicksal hatte andere Pläne.

So sehr die Heiler auch darum kämpften, das Fieber von der Heilerschule und den Kranken fernzuhalten, am Ende war es schneller. Myrea war zu dieser Zeit vor allem mit der Pflege von Sir Lion beschäftigt, den das Fieber so schwer gepackt hatte, dass sie einige Tage um sein Leben fürchtete. Sophie unterstützte die anderen Heiler bei den Erkrankten, und als sie merkte, dass es auch sie erwischt hatte, versuchte sie lange, es herunterzuspielen. Doch dann löste das Fieber die Geburt aus, und nachdem die beiden Mädchen auf der Welt waren, wurde sie mit jedem Tag, der verging, blasser und schwächer.

Myrea blieb Tag und Nacht an ihrem Bett. Sie machte sich Vorwürfe, Sophies Zustand zu spät erkannt zu haben und tat alles, was in ihrer Macht stand, um die junge Mutter wieder zu Kräften kommen zu lassen.

Doch es war vergeblich. In rapider Geschwindigkeit schien das Fieber Sophie von innen zu verzehren.

Eines Nachts, als Myrea in unruhigen Schlaf auf der Pritsche neben ihrem Bett gefallen war, fuhr sie erschrocken auf, als sie Sophies heiße Hand auf ihrer Schulter spürte.

„Myrea?“, hörte sie Sophie schwach fragen. Sie richtete sich auf und sah im Schein der Kerze an der Wand, dass Sophies Augen geöffnet waren und fiebrig glänzten.

„Ich bin da“, antwortete sie leise und fasste ihre Hand. Sophie erwiderte den Druck schwach. Ihr Atem ging mühsam.

„Bitte tu mir einen Gefallen“, flüsterte sie nach einer Weile. Ihr Blick wanderte zu dem Weidenkorb auf der anderen Seite ihres Bettes. „Was auch passiert… bitte passe auf meine Mädchen auf. Ich…“ sie machte eine Pause, und Myreas Kehle schnürte sich zusammen. Sie wusste, was sie sagen würde.

„Ich glaube, es ist keine Zeit mehr, sich was vorzulügen“, fuhr sie dann mühsam fort. „Niemand hat nach uns gefragt. Ihr Vater, er wird…“, sie schluchzte, „er wird nicht mehr kommen.“

„Sssch“, machte Myrea und streichelte die glühende Stirn, selbst gegen ihre Tränen ankämpfend, „das weißt du doch nicht, vielleicht…“ Doch Sophie schüttelte den Kopf.

„Hör auf“, unterbrach sie sie.“Bitte… wenn… wenn ich es nicht schaffe, dann bitte… gib den beiden ein Zuhause. Und wenn sie alt genug sind… erzähl ihnen von mir, ja?“

Myrea antwortete nicht. Ihr liefen die Tränen über die Wangen. Sie konnte nicht antworten. Sophies Blick klammerte sich an sie, und schließlich nickte sie.

„Versprochen.“

Sophie starb drei Tage später. Myrea stand stundenlang an ihrem Grab, betäubt, zerfressen von Schuldgefühlen und Trauer. Irgendwann spürte sie eine Hand auf ihrem Arm. Lion stand neben ihr, schwer gestützt auf einen Stock und gezeichnet von der Krankheit, die er immer noch nicht ganz überwunden hatte. Er sagte nichts, doch als sich ihre Blicke trafen, brach Myrea in Tränen aus.

„Was soll ich tun, Lion?“ fragte sie. Lion legte, etwas zögerlich und unbeholfen, den Arm um sie.

„Du weißt, dass wir einen guten Platz für die beiden finden können“, antwortete er. Doch sie schüttelte den Kopf.

„Ich kann sie nicht weggeben. Sophie hat sie mir anvertraut. Auch wenn ich… keine Ahnung habe, wie ich das schaffen soll.“ Sie schniefte. Der Ritter ließ sie los und fasste sie an den Schultern.

„Da wird sich ein Weg finden, wenn du das wirklich tun möchtest. Und du wirst das auch schaffen.“ Er lächelte. „Hättest du nicht ohnehin irgendwann eine Familie gründen wollen?“ Myrea zuckte die Schultern.

„Seit ich die Leuenmark verlassen habe, habe ich nicht mehr darüber nachgedacht“, antwortete sie. Sie dachte an die Vergangenheit, an Averion, an den Hof. „Ich meine – mit wem denn auch?“ Sie sah Lion an, und er erwiderte den Blick. Beide schwiegen einen Moment.

„Dann hättest du eine unverheiratete Frau mit Kindern auf deiner Burg“, meinte sie und dachte unwillkürlich an Genefe und das Gerede darüber, dass sie den Vater ihres Kindes beharrlich verschwieg. Lion lachte.

„Das lass meine Sorge sein. Kinder auf Tiefenwacht – warum nicht?“ Myrea rieb sich die Augen und bemühte sich um ihre Fassung.

Kinder auf Tiefenwacht – ja, warum nicht?

Der letzte Schritt

Betäubt. Ohnmächtig.

Bauers Zorn, ihre Furcht, die Verzweiflung, ihr ganzes Fühlen liegt zerschmettert unter der kalten Verachtung, die der Prinz ihrem Ausbruch entgegen gebracht hat. Sie ist wie gelähmt, erschlagen.

Einen Moment lang hat sie die Tür angestarrt, fassungslos, haltlos, ohne Chance, einen klaren Gedanken zu fassen. Wieder dieses Gefühl, in einen Abgrund zu stürzen.

Dann, als der Zorn sich noch einmal Bahn bricht, schaut sie sich um, in dem wilden Wunsch, irgendwas dieser gleichgültigen, verschlossenen Tür entgegen zu schleudern. Etwas zerbrechen zu sehen. Etwas, das nicht sie ist. Doch am Ende bezwingt sie ihren Zorn, nutzt ihn, um das Büro, diesen Ort zu verlassen, irgendwie nach Hause zu gelangen und den Schmerz und die Demütigung zu beherrschen, die in ihr brennen.

Stunden. Tage.

Die Zeit verstreicht und ist vollkommen ohne Bedeutung. Ihr Geist ist ein getriebenes Blatt im Sturm. Stundenlang sitzt sie in ihrer Wohnung und starrt die Wand an, fühlt sich wie ein Tier im Käfig. Dann springt sie auf, verlässt das Haus, läuft, läuft immer weiter, durch die Stadt, den Fluss entlang, zum Friedhof. Steht an Bernds Grab. Kehrt zurück, leer, hohl, ohne Antworten zu finden.

Am ersten Tag nach dem Vorfall im Büro des Prinzen war Bauer zur Zentrale gefahren. Ohne Gruß, ohne Ankündigung war sie in das Büro ihres Chefs gegangen und hatte ihm einen Umschlag auf den Tisch geworfen.

„Ich gehe.“

Er hatte sie angeschaut, mit diesem nachdenklichen Blick, den er sich für besondere Situationen aufhob, und siedend stieg in ihr das Bewusstsein auf, dass er wusste, was gestern Nacht geschehen war. Gegen ihren Willen senkte sie den Blick.

„Setzen Sie sich.“

„Nein.“ Trotzig verschränkte sie die Arme. Er seufzte.

„Theresa, bitte. Setzen Sie sich.“ Widerwillig gab sie nach. Er sagte nichts, schaute sie nur forschend an.

„Was auch immer passiert ist, denke ich, dass Sie jetzt keine übereilte Entscheidung treffen sollten.“

„Sie ist nicht übereilt. Ich weiß, was ich tue.“ Bauer ging ihr eigener Tonfall auf die Nerven. Sie fühlte sich wie ein Kind.

„Nein, das wissen Sie nicht“, antwortete ihr Chef, und er klang wie ein verständnisvoller Lehrer, was Bauer noch mehr aufbrachte, „und ich denke, Sie sollten das tun, was der Prinz Ihnen gesagt hat. Sich Zeit nehmen.“ Er berührte das Kuvert mit den Fingerspitzen und zog es zu sich.

„Ich werde es in Ihre Akte legen. Verschlossen. Wir werden darüber noch einmal sprechen, wenn Sie … emotional nicht mehr so diskreditiert sind.“ Bauer stand auf. Keine Sekunde länger hielt sie das aus, den geduldigen Tonfall, das Wissen, dass er wusste … Sie nickte knapp, und als sie sein „Sie können gehen“ hörte, hatte sie das Büro bereits verlassen.

Fort. Weit fort.

Das ist ihr erster Gedanke. Der hartnäckigste in ihrem Kopf. Der sie beherrscht, wenn sie läuft, ihre Strecke, in der eisigen Dezemberluft. Kurz vor Sonnenaufgang. Ihre Zeit. Das Wissen, dass die Welt am Tag nicht untergeht.

Ihre Gedanken und Gefühle drehen sich in einem endlosen, uferlosen Kreis. Wohin? Wohin kann sie noch, nachdem sie gesehen hat, was sie sah, erfahren hat, was sie fühlt? Diese Stadt ist klein. Wo auch immer sie sich hinwendet, es wird andere dort geben. Andere Monster.

Wohin?

Wohin kannst du noch, wo du nicht schon gescheitert bist?

Ein Söldner findet immer Arbeit.

Für welche Herren wirst du dann arbeiten?

Manchmal denkt sie in diesem Moment an ihre Kindheit, das Märchen der Bremer Stadtmusikanten.

Etwas Besseres als den Tod findest du überall, sagte der Esel zum Hund.

Sie muss lachen. Märchen.

Doch schlimmer als die Tage sind die Nächte. Die Dunkelheit vor ihrem Fenster. Die Dunkelheit in ihren Träumen. So sehr ihr Geist, ihr waches Sein, fliehen will, so deutlich zeigt ihr schon der erste, erschöpfte Schlaf nach dieser Nacht, dass ihre Seele diesem Willen nicht mehr folgt. Ihre Träume sind beherrscht von Blut, von einem verzweifelten Sehnen, dem Wunsch, sich in dem dunklen Spiegel aus Vitae zu verlieren, sich aufzugeben. Diese Welt voll Grauen, voll Dunkelheit ruft nach ihr.

Sie träumt von Fangzähnen, von der alles durchdringenden Furcht, die sie fühlte, und von dem Wunsch, vor diesem unmenschlichen Grauen zu kapitulieren. Sie träumt und spürt den Biss, scharfe Zähne, die sich in ihre Kehle bohren. Sie erwacht, geschüttelt vor Entsetzen und dem verzehrenden Wunsch, aufzugeben, nachzugeben und sich dem Vampir, der ihr das angetan hat, vor die Füße zu werfen.

Der Widerspruch zwischen dem, was sie fühlt, und dem, was sie will, zerreißt sie. Ihr Stolz ist das letzte, das sie daran hindert, diesem Wunsch nachzugeben. Das und die andere Frage: Würde sie das nicht als Schwäche begreifen?

„Sie haben mich enttäuscht.“ Der Satz brennt in ihrer Seele, sooft sie ihn denkt.

Sie will, dass ich komme, dass ich freiwillig komme, mich aufgebe. Kann sie mich dann noch achten? Kann ich mich dann noch achten?

Was der Prinz darüber sagte, was sie vorhabe, sollte Bauer ablehnen, weist sie von sich. Zu bleiben und nicht zu tun, was sie tut, nicht zu wissen, was sie jetzt weiß, ist keinen Moment lang eine Option.

Wo ist die Welt? Wohin ist der Rest verschwunden? Wann war der Moment, an dem sie den Bezug zum wirklichen Leben verloren hat?

Nach über einer Woche in ihrem Käfig mietet sie sich einen Sportwagen. Fährt in fünf Stunden 800 Kilometer. Nach Norden.

Die Häuser in Jütland haben alle etwas niedliches. Eines sieht aus wie das andere, mit Garten hinterm Haus und Blumen vor den Fenstern. Beschaulich ist es hier. Die Luft riecht nach Salz, und hinter den Hügeln rollt die sanfte Dünung der Ostsee. Möwen schreien im Wind.

Bauer sitzt im Auto und beobachtet das Haus Nr. 4. Erst, als zwei Schulkinder durch den Vorgarten laufen und auf das deutsche Kennzeichen aufmerksam werden, steigt sie aus.

„Dein Besuch ist etwas – überraschend.“ Beate kann sich nicht dazu durchringen, ihre Stimme herzlich klingen zu lassen. Ihre grauen Augen beobachten Theresa misstrauisch. Sie sitzen in der Küche, trinken Kaffee. Die Kinder spielen im Wohnzimmer. Krieg. Tim liebt die seltenen Besuche seiner Tante, der Soldatin. Beate hasst die Faszination, die ihre Halbschwester auf den Sohn ausübt.

„War eine spontane Entscheidung.“ Theresa zuckt die Schultern. Beate steht auf, geht ins Wohnzimmer, und sie lässt ihren Blick durch die blitzsaubere Küche schweifen. Ihre Schwester hat sich gut verheiratet, arbeitet halbtags, kümmert sich um die Kinder.

Macht das glücklich? Ist das das Leben, von dem andere immer reden?

„Schön habt ihr es hier“, sagte Theresa, als Beate zurückkommt.

„Danke.“ Sie schweigt einen Moment, nippt an ihrem Kaffee. „Du weißt, dass wir das auch alles hätten haben können, wenn du es damals zugelassen hättest.“ Theresa verdreht die Augen. Aber sie ist zu müde, zu zermürbt, um die Diskussion erneut aufzunehmen. „Wie steht es denn bei dir? Hast du grade jemanden?“ Sie nippt an dem Kaffee und schweigt. Beate schüttelt den Kopf. „Du wirst auch nicht jünger. Reicht es nicht langsam mal mit dem Soldat-spielen?“

Theresa trinkt ihre Tasse leer und steht auf.

„Danke für den Kaffee. Ich muss wieder los.“ Ihre Schwester bleibt sitzen, schaut sie forschend an.

„Warum bist du vorbei gekommen?“  Sie antwortet, ohne nachzudenken.

„Um mich zu verabschieden.“ Beate nickt. Sie fragt nicht nach.

An diesem Abend betrinkt Bauer sich. Das erste Mal seit sehr langer Zeit. Sie will die Träume abhalten, die Gedanken. Doch es gelingt ihr nicht. Die Finsternis kriecht aus allen Ecken auf sie zu. Ihre Welt schrumpft zusammen, verschmilzt in einem winzigen Punkt.

Geh.

Hände stoßen sie fort. Sie stolpert.

Lauf weg!

Klauen reißen an ihr. Sie wehrt sie ab.

Rette dich!

Zähne, die beißen. Blut, das über ihre Haut strömt. Unmenschliche Augen, die sie anstarren, sie bezwingen. Ihre Welt zerfällt, zerbirst in Scherben. Sie schließt die Augen, gelähmt, ergeben. In ihrem Mund schmeckt sie Blut, metallisch und süß.

Hingabe. Unterwerfung.

Mit einem Schrei erwacht sie. Ihr Herz rast, und sie rollt sich zitternd auf ihrem Sessel zusammen. Sie kämpft, um ihren Willen, um ihre Seele.

Gib mir eine Richtung. Gib mir einen Grund, zu kämpfen.

Schweigen.

Sie steht am Rande des Abgrunds. Wie damals, im Oktober. Sie weicht nicht zurück, sondern schaut. Spürt, dass es dort etwas gibt, etwas Lauerndes, Ungeheuerliches, das den Blick erwidert.

Es ist zu spät. Es war damals schon zu spät.

Das Schwarz zieht sie an, breitet sich aus, greift nach ihr. Sie steht wie festgewachsen.

Lauf, Mensch. Das hier ist nicht für deine Art bestimmt.

Ein hypnotischer Wirbel, verlockend, süß. Erfüllt von Sturm. Stille. Tod.

Die Dunkelheit kommt näher. Der Boden, auf dem sie steht, erzittert, zerfließt und gleitet ab. Sie schließt die Augen. Weicht nicht zurück.

Als sie am nächsten Morgen aufwacht, scheint die Sonne durch ihre Dachfenster. Es ist ein frostiger Tag, schön in seiner eisigen Klarheit. Bauers Kopf schmerzt, das Licht blendet ihre Augen. Mühsam bewegt sie sich, schält sich aus der zusammengerollten, verkrampften Haltung.

Es herrscht eine eigenartige Ruhe in ihrem Kopf. Sie tritt an eines der Fenster, schaut hinunter auf die Straße. Sieht Menschen, die es eilig haben, Kinder, die spielen. Ein Eichhörnchen huscht im Nachbargarten über kahle Äste, auf der Suche nach einem kleinen Winterhappen. Alles ist vertraut, und gleichzeitig fremd.

Wer keinen Grund hat, zu bleiben, braucht keinen, um zu gehen.

Wieder ist es Abend, fast die gleiche Uhrzeit, als Bauer in des Prinzen Büro tritt. Fast drei Wochen sind seit ihrer letzten Begegnung vergangen, und sie hat sich vor dem Wiedersehen gefürchtet.

Doch nun, als sie eintritt und sie, die Herrin über diese Stadt, an ihrem Schreibtisch sitzen sieht, verspürt sie keine Furcht. Sie ist gefasst, ruhig. Wie immer, wenn es darum geht, ein Gefecht zu durchstehen.

Sie tritt vor den Schreibtisch, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Wartet, bis der Prinz auf ihre Anwesenheit reagiert.

„Sie wollten mich erst wieder empfangen, wenn ich eine Entscheidung getroffen habe. Das habe ich getan.“ Sie macht eine Pause, sammelt sich.

„Ich werde Ihr Angebot annehmen, werter Prinz.“ Sie neigt leicht den Kopf bei der förmlichen Anrede. „Und den Weg weitergehen, den ich eingeschlagen habe.“

Wer keinen Grund hat, zu bleiben, braucht keinen, um zu gehen.

Wieder da

Lange, sehr lange, ist es still gewesen auf diesem Blog. Nicht, weil ich verschwunden wäre oder mein geliebtes Hobby aufgegeben hätte, nein – sondern weil unsere Familie sich vergrößert hat. Aus zweien wurden vier, als wir im Mai zwei zauberhafte Zwillingsmädchen bekommen haben.

Johanna und Emilia werden uns in unserem Larp-Leben begleiten, und in Zukunft wird sich wohl auch der eine oder andere Beitrag dazu hier finden, wie man das Hobby Rollenspiel und Kinder unter einen Hut bringt.

In dieser Sommersaison ruhte das Larp, wenn auch ich ein- bis zweimal im Monat aktiv Vampire live spiele – wir haben es bereits in meiner Schwangerschaft wieder angefangen, und aktuell sind die Abende meine Auszeit von der zwar sehr schönen, aber anstrengenden Familienzeit. Der beste Ehemann und Vater dieser Welt hütet dann die Kinder, bis ich nachts um drei irgendwann ins Bett falle.

Wenn ich IT-Texte veröffentliche, werden es also weiterhin meist Vampire-Texte sein, auch wenn im November die erste Con mit Kindern für uns startet und wir im Feburar und März jeweils eine weitere Con haben. Wir sind schon sehr gespannt, wie es sich gestalten wird!

Requiem

Hier findet ihr den vorigen Teil.


 

Ihr Körper brannte; sie krümmte und wand sich in einem Gefängnis aus Schwärze, die sie einhüllte und lähmte. Ihre Augen waren blind, und doch sah sie Dinge. Sie sah sich windende und miteinander ringende Farben, hörte mit tauben Ohren Schreie, roch mit verklebter Nase Blut. Sie sah sich selbst, zuckend in ihrem Blut auf dem Boden der Lounge und spürte gleichzeitig den harten Boden unter sich. Dann wieder lag sie reglos, festgehalten von Händen, die nur ihrem Mörder gehören konnten. Sie hörte geflüsterte Worte, die sie nicht verstand. Und dann spürte sie rasenden Hunger.

Dieser Hunger war so mächtig, dass er das Gefängnis, das sie umgab, zerriss, doch was dann war, unterschied sich in nichts von dem Wahnsinn vorher. Sie glaubte, wieder sehen zu können, und sah doch Dinge, die keine waren. Sie spürte ihren Körper, doch ihre Bewegungen gehorchten ihr nicht. Sie sah etwas und reagierte, ohne zu wissen, was sie tat. Ihr Geist und ihr Körper rasten. Um sie herum explodierten in einem unerträglichen Konglomerat Farben, Lärm und Lichter. Der Hunger brannte in ihren Eingeweiden, doch dann stillte sie ihn. Sie sah ein Festmahl und griff zu. Ihre Kiefer kauten nicht, doch ihre Kehle schluckte gierig. Es war warm und zuckend und köstlich, und es stillte den nagenden Hunger. Doch in ihrer Lust sah sie, dass es Augen hatte, die sie noch ansahen. Der Blick bohrte sich in ihre Augen hinein, brannte sie aus, und sie lag wieder vor Christopher, sterbend, und der brennende Blick war ihrer, der versuchte, ihn zu vernichten.

Es war vollkommen still. Um sie herum schien es hell zu sein. Langsam kroch etwas in ihren Geist, das ihr sagte, dass sie auf etwas Weichem lag. Dass es warm und trocken war, wo sie war. Dass sie geschlafen hatte und erwacht war.

Sapida öffnete die Augen, langsam und zögerlich. Um sie herum erkannte sie im sanften, gelben Schein einer Lampe ein Zimmer. Es war hell und geschmackvoll eingerichtet, und es kam ihr bekannt vor. Ihr Verstand arbeitete noch langsam, aber sie fühlte sich wohl. Als sie sich regen wollte, spürte sie, dass sie ein Laken zudeckte, und dass sie darunter vollkommen nackt war. Aus irgendeinem Grund regte sie diese Erkenntnis nicht auf. Mit der Selbstverständlichkeit eines Schlafwandlers zog sie das Laken an sich und richtete sich auf.

Als wäre dies ein Signal gewesen, öffnete sich eine Tür, und in dem Moment, als sie erkannte, wer eintrat, wusste sie wieder, wo sie war.

„Gut geschlafen?“ Er kam zu ihr und setzte sich neben sie. Sie lächelte unsicher.

„Ich habe einen Filmriss, glaube ich. Und ich habe irgendwas Furchtbares geträumt.“ Sie schauderte. Jetzt wurde ihr bewusst, dass sie unter dem Tuch nackt war.

„Ist irgendetwas passiert, das… das ich wissen müsste?“, fragte sie. Christoph berührte ihre Hand. Sie fuhr zusammen, denn seine Haut war sehr kalt. Er hielt sie fest.

„Du musst so vieles wissen, kleine Anoush“, sagte er. Seine Stimme klang zärtlich und auf eine merkwürdige Art zufrieden. In ihr keimte Unwohlsein auf.

„Ich heiße Sapida“, sagte sie und fühlte sich befremdet, ihn daran erinnern zu müssen. Er lachte leise, dann sah er sie direkt an. Und trotz des sanften Lichts fuhr sie zusammen, denn seine Augen zeigten einen unnachgiebigen, stahlharten Ausdruck, der sie zutiefst beunruhigte.

„Nein“, erwiderte er. „Sapida ist tot.“

Und plötzlich stürzte die Erinnerung auf sie ein. An den Abend, den Kuss, das Messer und das Blut. Ihr Blut! Sie sprang auf und fasste sich an die Kehle, doch die war heil und ganz.

„Was… was hast du mit mir gemacht?“, fragte sie. Er stand auf und kam auf sie zu. Urplötzlich keimte Furcht in ihr auf, und sie wich zurück.

„Was ich gemacht habe?“, wiederholte er. „Ich habe dich entdeckt, Anoush, du schönes Raubtier. Ich habe dein Gefängnis zerrissen und dich aus dem Schmutz geholt. Ich habe dir gegeben, was dir gebührt.“ Seine Mundwinkel zuckten, und er lächelte, und es war das furchtbarste Lächeln, das sie jemals gesehen hatte, denn seine Lippen öffneten sich, und in seinem Mund sah sie lange, scharfe Fangzähne.

 


Die ganze Geschichte startet hier.

Herzblut

Hier geht es zum vorigen (3.) Teil


 

Es war, als würde sie fallen. Sie stand reglos und hatte gleichzeitig das Gefühl, jemand habe ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Sie spürte keinen Schmerz, keine Angst, nur absolute Fassungslosigkeit.

Die Überraschung über diese Wendung war so vollkommen, dass sie nichts anderes tat, als ihn anzusehen. Er hielt das Messer noch in der Hand, und die Klinge war blutig und rot. Sie wollte ihn fragen, was das solle, doch als sie den Mund öffnete, drang nur ein Gurgeln heraus, und gleichzeitig schmeckte sie Blut. Ihre Hand fuhr an ihre Kehle, und sie spürte warme, klebrige Feuchtigkeit.

Erst jetzt kam der Gedanke an Flucht auf. Sie wollte sich umdrehen und hinausrennen, doch als sie sich bewegen wollte, stellte sie fest, dass ihr Körper ihr nicht gehorchte. Unendlich langsam erkämpfte sie sich zwei Schritte, doch dann hielt eine Hand an ihrem Arm sie auf.

„Oh nein“, sagte seine Stimme. Die Worte zerrissen den Schleier des Unfassbaren, und sie starrte ihn an, diesen Mann, der sie eben noch geküsst hatte und nun mit dem Messer vor ihr stand. Sein Gesichtsausdruck war vollkommen verändert. Die blauen Augen waren stahlhart geworden, und in ihnen lag ein hungriger, raubtierhafter Ausdruck.

Dieser Verrat war so ungeheuerlich, dass die Wut noch immer ausblieb. Stumm versuchte sie sich loszumachen, doch er versetzte ihr einen Stoß, und sie fiel. Reflexartig wollte sie sich abfangen, doch ihre Arme glitten weg, und sie stürzte heftig. Um sie herum war es nass und rutschig. Sie rang nach Luft, doch es kam nur ein Pfeifen aus ihrer Kehle.

Erst jetzt drang plötzlich, mit unbarmherziger Klarheit, etwas in ihr Bewusstsein. Sie bekam keine Luft mehr. Um sie herum war alles voll von ihrem Blut. Sie würde sterben!

Ganz unvermittelt überflutete sie die Panik. Sie drückte ihre Finger auf die pfeifende Kehle und versuchte aufzustehen. Doch sie fand keinen Halt auf dem glatten Boden. Sie wand sich in dem Versuch, einen der Sessel zu erreichen, um sich hochzuziehen. Doch plötzlich war der Verräter bei ihr und drückte sie zu Boden.

„Ruhig“, sagte er sanft, „Panik macht es nur noch schwerer.“ Er kniete neben ihr, sein Hemd war blutbesudelt.  Er griff nach ihrer Hand und zog sie von ihrer Kehle weg, und obwohl die Bewegung fast behutsam war, war sie doch vollkommen unbarmherzig. Sapida spürte, wie das Blut durch die Wunde pulsierte und aus ihrem Körper hinausströmte. Ein Teil klebte bereits in ihrer Lunge, doch ihr fehlte die Kraft, zu husten. Sie sank zurück, doch sie konnte nicht aufhören, diesen Mann anzusehen, dieses Monster, das sie tötete. Er war vollkommen ruhig und schien sie zu betrachten, als sei sie ein verletztes Tier, auf dessen Tod man wartet, und dessen Todeskampf man irgendwie interessant findet.

Vor ihrem inneren Auge stiegen Bilder auf, von den letzten Stunden, aber auch von der Zeit davor. Von ihrer Familie, ihren Freunden. Ihr Bewusstsein schrumpfte auf diese Bilder zusammen. Sie konnte nicht mehr atmen, und ihre Glieder begannen haltlos zu zucken.

„Wie das wohl ist, zu sterben?“, fragte der Verräter leise. Noch immer waren seine Augen voller Hunger. Er strich ihr eine blutverschmierte Haarsträhne aus dem Gesicht. Sein Finger brannte auf ihrer Haut. Sie konnte sich nicht wehren, aber er musste den auflodernden Hass in ihren Augen sehen. Doch er lächelte nur.

„Gute Nacht, Sapida“, sagte er, „leb wohl.“

Ihr Herz, das vorhin noch voller Erwartung gebebt hatte, raste nun in ihren Ohren. Es schlug und schlug verzweifelt, doch jeder Schlag trieb nur noch mehr Blut aus der Wunde. So klopfte es wild seinem Ende entgegen, vielleicht wissend, was geschah, doch ohne Macht, sein Schicksal zu ändern. Nur quälend langsam begann es zu stocken, und keine gnädige Ohnmacht erlöste sie von der Qual, den eigenen Tod mitzuerleben. Ihr Blick begann zu brechen; langsam kroch von allen Seiten die Dunkelheit in ihr Blickfeld. Der Krampf wich aus ihrem Körper, als spürte er, dass er den Kampf gegen den Tod verlor.

Wie in verlöschendem Licht sah sie, dass Christoph sich bewegte, seine Hand zu seinem Gesicht hob. Irgendetwas an ihm sah anders aus, doch sie konnte es nicht mehr erkennen. Flüssigkeit tropfte auf ihre Lippen, und ehe es vollkommen dunkel wurde, erkannte sie, dass sie dunkelrot war.

Dann war es schwarz, und sie sank in eine samtene, unendliche Dunkelheit. Vor ihren Augen erschien ein helles Licht. Es war warm und freundlich. Doch plötzlich begannen ihre Lippen zu brennen, und ein heißer Schmerz flutete von dort durch ihren ganzen Körper. Die Hitze verzehrte sie und riss sie mit sich. Das helle Licht flackerte auf und erstarb.


Hier geht es zum letzten Teil…

Conankündigung: Tiefenwacht 1 – Erster Rosenkonvent und Hoftag der Dornen

Erschöpft strich sich Tenja die Haare aus dem Gesicht. Es war fast dunkel, doch zum Verschnaufen blieb noch später Zeit. Jetzt mussten diese Balken endlich an die Baustelle kommen. Sie trieb Bruno mit einem aufmunternden Zungenschnalzen an, und der Ochse ließ sich brummend herab, ein wenig schneller zu werden.
Im schwindenden Licht machten sich die Umrisse des Haupthauses imposant vor dem dunkler werdenden Himmel aus. Bald schon würde die Baustelle beendet sein.
Sir Lion von Eisenforst, der Herr von Tiefenwacht, hatte sich bereit erklärt, hier am Ende des Jahres zahlreiche Gäste zu beherbergen. Karl Weber, der Archon selbst, wollte hier Hoftag halten. Einladungen waren an alle Lehen des Reichs der Rosen versendet. Seit Wochen liefen die Arbeiten auf Hochtouren, um endlich die letzten Arbeiten abzuschließen. Der Hospitalflügel und die Wirtschaftgebäude waren bereits fertig, doch dem Haupthaus fehlte noch immer das Dach.
Beim Abladen der Balken hatte Tenja Zeit, Bruno mit Heu zu füttern. Der Verwalter des Anwesens kam auf den Hof und grüßte sie. Sie plauderten einen Augenblick miteinander.
„Ist denn schon bekannt, wann die Herrschaften hier eintreffen?“ fragte sie neugierig, denn sie würde zu gerne einen Blick auf den Archon und die Vögte und Barone der Lehen werfen.  Doch der Verwalter schüttelte lächelnd den Kopf.
„Nein, das wird auch noch ein Weilchen dauern“, antwortete er, „vermutlich werden sie nur wenige Tage hier bleiben. Der Archon hält Hof, und es sollen alle die Möglichkeit haben, ihre Anliegen vorzutragen. Außerdem wird er wohl selbst noch die eine oder andere Neuigkeit mitteilen.“
„Und was genau ist dieser Konvent?“, hakte Tenja nach, „ich habe irgendwas von den Heilern drüben gehört, die kleine Nari ist schon ganz aufgeregt deswegen.“ Der Verwalter schmunzelte.
„Der Konvent soll den Lehen und den Einwohnern den Raum und die Zeit geben, einander besser kennen zu lernen und auch zu zeigen, was ihre Lehen besonders macht. Außerdem haben die Heiler irgendetwas vor, und Sir Lion will den Aquaschrein endlich weihen lassen.“ Er hob die Schultern. „Wer weiß, was den Herrschaften noch so alles einfällt? Bald werden wir es sehen.“

OT-Infos:
Wir möchten vom 10.-12. November 2017 zum ersten Konvent der Rosen einladen, einem Ambientecon mit kleinem Programm. Der Hintergrund des Cons ist, unseren Reichseinwohnern die Möglichkeit zum Austausch und internem Spiel zu geben. Außerdem wird der Archon seinen ersten offiziellen Hoftag in diesem Rahmen abhalten.
Das Con richtet sich in erster Linie an Einwohner im Reich der Rosen, an Vertreter aller Lehen, und an enge Freunde des Reichs sowie Vertreter der Elementarvölker. Wir bitten deswegen um Verständnis, dass Reichseinwohner ein Voranmelderecht genießen. Außerdem möchten wir versuchen, alle Lehen gleichermaßen zu berücksichtigen, weswegen es sein kann, dass wir bei einigen Lehen nicht alle Anmeldungen sofort durchwinken können, da wir nur begrenzten Platz zur Verfügung haben.
Die Burg Waldmannshausen ist eine ehemalige Wasserburg in der Nähe von Limburg. Wir bieten ein Wochenende mit Vollverpflegung und Unterkunft in Mehrbettzimmern. Die Burg ist sehr ambientig, und wir wollen versuchen, den Lehen genug Platz einzuräumen, um sich den anderen angemessen zu präsentieren.
Wir sind offen für Programmpunkte, die die Lehen selbst einbringen möchten. Von unserer Seite gibt es neben dem Hoftag des Archons nur kleine Programmpunkte, vor allem für Heiler, die Interesse an der Institution der Reichsheilerschaft haben. Genauere Informationen zu weiteren Punkten werden im Laufe des Jahres noch bekannt gegeben.

Hier nochmal die wichtigsten Infos:
Wann: 10.-12.11.2017
Wo: Burg Waldmannshausen, Elbtal
Kosten: SC bis 01.07.17: 75€, bis 01.11.17: 80€, danach gilt als Conzahler + 15€
GSC (nur nach Absprache): 55€
Verpflegung: Vollverpflegung inkl. Kaffee, Tee und Wasser, alles weitere an Getränken ist selbst mitzubringen (wir werden keine Taverne stellen können).
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Achtung, dieses Con ist eine Siedlercon auf dem Kontinent Mythodea. Es gilt das Regelwerk von Mythodea sowie DKWDDK. Die Veranstaltung ist eine Ambientecon, trotzdem behalten wir uns vor, bei unbekannten Spielern einen Charakterbogen anzufordern.
Bitte beachtet außerdem, dass die Con im Reich der Rosen spielt. Orks, Drow und Chaosanhänger werden im Reich nicht gern gesehen und ggf. feindselig behandelt, solange sie kein offizielles mythodeanisches Amt ausüben. Mehr zu diesem Thema ist hier zu finden: Das Reich der Rosen

Anmeldung unter: https://goo.gl/forms/KHBP0zvcfpdII1yk1 (google-Formular)
Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier: agbs-tiefenwacht. Mit dem Ausfüllen der Anmeldung erkennt ihr diese an.
Orga-Kontakt: tiefenwacht@gmx.de (Suse/Myrea)

Wider den Zweifel

aus der Feder von Sir Lion von Eisenforst

Krieg ist herauf gezogen
Und dauert jetzt schon lang
Erst gegen die Verfemten
Man viele Jahre rang
Auf Geheiß der Quihen‘Assil
Das letzte Siegel brach
Vorwärts in der Zweifler Welt
Zerstört dies Land der Schmach!

Wir zieh’n wider den Zweifel
Wir zieh’n für das Land
Mit Schild und Schwert voran
Bis die Gefahr gebannt.
Egal, ob silbern oder eisern
Schließt die Reihen, Mann für Mann
Wir sind das Heer der Elemente  
Mit Schild und Schwert voran!

Ist Zweifel erst vernichtet
Vom Antlitz dieser Welt
Gibt es keinen Verfemten
Der diese Streitmacht hält
Vernichtet wird das Schwarze Eis
Der Untod und der ganze Rest
Es wird keinen Verfemten geben
Den man am Leben lässt!

Wir zieh’n wider den Zweifel …

Und sind wir auch verschieden
Die Ziele sind doch gleich
Ist erst der Feind bezwungen
Ist geglückt und dieser Streich
Dann mögen endlich heilen
Des Landes Wunden schwer
Denn verfemtes Wirken
Gibt es dann nimmermehr!

Wir zieh’n wider den Zweifel …

Wir zieh’n wider den Zweifel
Wir zieh’n für das Land
Mit Schild und Schwert voran
Bis die Gefahr gebannt.
Egal, ob silbern oder eisern
Schließt die Reihen, Mann für Mann
Wir sind das Heer der Elemente

 – Das zuletzt gewann!

(c) Jan Breimer

Bild: Live Adventure, 2015